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22.03.2005 Interview mit dem Schweizer
Guru Marc Faber- http://www.swissinfo.org
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Wer
ist Marc Faber?
Faber ist wegen seiner Prognosen, die oft dem allgemeinen
Trend und der traditionellen Wirtschaftslehre zuwiderlaufen,
bekannt als "Dr. Doom" (Doktor Untergang).
So hatte Faber den Einbruch der Börsenmärkte
von 1987 und 2000 prophezeit, als die Märkte
sich noch von der Sonnenseite zeigten.
Die Länder Asiens lösen die USA als Wirtschafts-Lokomotive
ab, sagt Marc Faber. Für den Schweizer Finanz-Guru
gehen die USA auf eine Rezession zu. Ausgelöst
durch schwachen Konsum.
Asien profiliere sich vor allem wegen des Gewichts
von China als neue Wirtschafts-Lokomotive. Und die
Schweiz? Keine Besserung in Sicht.
Hier ein Auszug aus einem Interview:
Sehen Sie einen Einbruch
der Weltwirtschaft?
Marc Faber: Es
gibt bedeutende Unausgewogenheiten. In den USA zum
Beispiel steigt die Verschuldung rasant. Es kommt
zwar zu einem "künstlichen Wachstum",
das neu gebildete Kapital wird nicht ausgegeben. Anders
in Asien, vor allem in China. Auch als Produktionssektor
hat Asien die Nase vorn.
Oder anders gesagt: In den USA sehen
wir ein grosses Handelsbilanzdefizit und eine hohe
Staatsverschuldung, während sich in Asien Reichtum
anhäuft. Dies schlägt sich in wachsenden
Fremdwährungs-Reserven der asiatischen Zentralbanken
nieder und zum Teil auch in wachsenden Vermögenswerten.
In einigen Fällen dürften auch die Währungen
stärker werden.
Wenn Sie in Ihre Kristallkugel
schauen, wohin geht die Reise?
Marc Faber: Die
Entwicklung der Weltwirtschaft dürfte weiter
von Turbulenzen geprägt sein. Die USA werden
voraussichtlich die derzeitigen Wachstums-Raten nicht
aufrechterhalten können. Wahrscheinlich werden
wir in den USA im Jahr 2004 oder 2005 eine von einer
Konsumflaute iniziierte Rezession sehen.
Etwas anders sieht es in Asien aus, wo die Volkswirtschaften
heute schon gross sind. Chinas Volkswirtschaft wächst
sehr rasch; für 2004 liegt das Wachstum in der
Industrieproduktion bei 20%. Generell glaube ich,
dass Asien sich dieser Rezession entziehen dürfte.
Wo werden gewitzte Investoren
in den nächsten Jahren ihr Geld anlegen?
Marc Faber: Mir
fällt auf, dass viele Investoren in der letzten
Zeit vermehrt auf Ressourcen, auf harte Werte setzen,
oder anders gesagt auf Immobilen. Dies gilt vor allem
für Werte in den aufstrebenden Staaten in Osteuropa
sowie für Asien, wo das Preisniveau sehr niedrig
ist. Daneben kaufen Investoren auch Rohwaren, darunter
Gold – eine der Welt-Währungen.
Ausserdem gibt es noch vier weltweit
wichtige Währungen: Den US-Dollar, den Euro,
den Yen und den (chinesischen) Renminbi. Alles Papierwährungen,
für deren Nachschub praktisch unendlich gesorgt
ist, man kann immer wieder nachdrucken.
Anders beim Gold, das abgebaut werden muss. Die Jahresproduktion
liegt bei 2500 Tonnen pro Jahr, mit einem Wert von
rund 35 Milliarden Dollar.
Wir sehen also heute immer
mehr Papiergeld pro Gold-Einheit und ich glaube,
dass wir beim Gold die Anfänge eines Bullenmarktes
sehen. Im April 2001 lag der Goldpreis für eine
Unze bei 258 Dollar, heute bei rund 400. Und ich denke,
dass er noch viel höher steigen wird. Insbesondere
in den Emerging Markets gibt es viele unentdeckte
Rohstoff-Werte, die von einem weiteren Aufschwung
überproportional profitieren werden!
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